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Haupteingang LAGENSER FORUM am Clara-Ernst-Platz
22.01.2018

175 Jahre Stadtrechte für Lage

Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte des Fürsten Leopold zur Lippe

Am 22. Januar 1843 erfuhren die Bewohner von Lage durch einen Aushang, dass ihr Flecken nun zur Stadt erhoben worden war. Damit jährt sich auf den Tag genau das 175jährige Jubiläum der Bekanntgabe der Stadtrechte. Stadtähnliche Rechte besaß das Gemeinwesen bereits seit einem Vergleich von 1791.

Im Rahmen eines Pressetermins im LAGENSER FORUM präsentierten Bürgermeister Christian Liebrecht, Frank Rayczik (Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung) und Stadtarchivarin Christina Pohl die Urkunde der Verleihung der Stadtrechte von 1843 – unterzeichnet von Fürst Leopold zur Lippe.

Den meisten Flecken und Dörfer Lippes war es seit der Mitte des 15. Jahrhunderts verwehrt, städtische Gewerbe auszuüben. Lage dagegen hatte schon im 16. Jahrhundert das Recht, einen Schuhmacher, einen Schneider und einen Schmied anzusiedeln und im Krug in Lage ausländisches Bier auszuschenken.

Kompetenzstreitigkeiten im Bereich der Jurisdiktion führten 1765 zu einem Prozess mit dem Amt Detmold, der mit dem oben genannten Vergleich von 1791 endete und Lage die Jurisdiktion in 1. Instanz und weitere Privilegien brachten, die das Gemeinwesen den übrigen lippischen Städten nahezu gleich stellte.

Bereits 1817 hatte der Lagenser Magistrat im Rahmen der Volksbewegung für eine Lippsiche Verfassung eine Eingabe bezüglich der Erhebung zur Stadt an den Landesherrn gerichtet. Vermutlich aufgrund des Scheiterns dieser Verfassungsbewegung, wurde der Antrag nicht weiter verfolgt.

Auch in der landständischen Verfassungsurkunde des Fürstentums Lippe von 1836, in der die Aufteilung des Landtages in drei Stände festgelegt wurde, ordnete man Lage der Gruppe der Städte zu. Gemeinsam mit den Bürgern der Stadt Barntrup wählten die Bürger Lages einen von sieben Abgeordneten dieses Standes.

So war die Bewilligung des erneuten Antrags vom 6. Januar 1843, den Bürgermeister Schuster und der Syndikus Von Cölln im Auftrag von Magistrat und Deputierten an den Landesherrn richteten, nur noch ein formaler Akt. Schon elf Tage später, am 17. Januar 1843 unterzeichnete Fürst Leopold die Urkunde, die es Lage nun auch erlaubte, sich Stadt nennen zu dürfen. Wie schon genannt, erfuhren Lages Bewohner durch einen Aushang am 22.01.1843, dass ihr Flecken zur Stadt erhoben worden war.

Damit gehört Lage nicht zu den herrschaftlichen Stadtgründungen, sondern verdankt diesen Titel seiner wirtschaftlichen Entwicklung und der daraus resultierenden „regen Betriebsamkeit, welche sich seitdem [gemeint ist der Vergleich 1791] dort entwickelt hat“, so heißt es in der Urkunde von 1843.

Wenn auch diese Erhebung keinen großen Einfluss mehr auf das Verhältnis zur Landesregierung hatte, gab es doch in Bezug auf die Selbstverwaltung einige Veränderungen. Vor 1843 wurde die Stadt von zwei Kollegien regiert und verwaltet: einem Magistrat inklusive Bürgermeister und den Deputierten der Bürgerschaft. Der Magistrat durfte seine Nachfolger und die Deputierten selbst bestimmen, der Bürgerschaft kam hier nur ein Vetorecht zu. Nach 1843 erhielt die Bürgerschaft gemäß der gültigen Städteordnung das Recht, aus ihrer Mitte Stadtverordnete – ähnlich dem heutigen Stadtrat - zu wählen, die wiederum den Magistrat als Verwaltungsgremium wählten.

Im Rahmen des Bürgerfestes der Stadt Lage zur Eröffnung des LAGENSER FORUMS am 5. Mai 2018 wird die Stadt Lage unter anderem auch eine Ausstellung im neuen Rathaus zum Thema „175 Jahre Stadtrechte für Lage“ präsentieren.

Quelle: Stadt Lage - Der Bürgermeister - Öffentlichkeitsarbeit